Deutscher Gewerkschaftsbund

26.01.2016
Index Gute Arbeit

Junge Beschäftigte enorm unter Druck, überdurchschnittlich oft befristet und regelmäßig von Überstunden betroffen

Index Gute Arbeit

DGB-Jugend

Die DGB-Jugend hat zum sechsten Mal die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit unter dem Titel „Arbeitsqualität aus Sicht von jungen Beschäftigten“ veröffentlicht. Mit 1.382 befragten Jugendlichen unter 35 Jahren zeichnet diese Studie ein umfassendes und repräsentatives Bild der Arbeitsqualität der jungen Generation.

„Die Ergebnisse beschreiben, dass gute Arbeit für viele junge Beschäftigte noch in weiter Ferne ist und es Handlungsbedarf gibt“, erklärt Eric Schley, Bezirksjugendsekretär der DGB-Jugend NRW: „Die Ergebnisse des Jugend-Index widersprechen der These von der jungen Generation, die mehr Flexibilität will und der die Arbeit nicht mehr so wichtig ist. Die Top 1-Erwartung junger Menschen an ihren Arbeitgeber ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Genauso wichtig ist jungen Beschäftigten, dass sie sich mit eigenen Ideen in eine nützliche und gesellschaftlich sinnvolle Arbeit einbringen können. Wunsch und Wirklichkeit klaffen hier deutlich auseinander: Jugendliche arbeiten überdurchschnittlich oft befristet, in atypischer Beschäftigung und machen oft Überstunden – über 60 Prozent regelmäßig. Mehr als 65 Prozent sind in den letzten zwölf Monaten krank zur Arbeit gegangen. Vor allem im Gesundheitssektor (72,5 Prozent) und auf dem Bau (69,2 Prozent) wird über Arbeitshetze und Zeitdruck geklagt. Alarmierend sind diese Werte auch deshalb, weil die Fehlerhäufigkeit unter diesen Bedingungen zunimmt. Die Zahlen zeigen: Junge Menschen sind im Job enorm unter Druck.

Deutlich bessere Arbeitsbedingungen gibt es dagegen in mitbestimmten Unternehmen. Die Beschäftigten dort haben Einfluss auf die Arbeitszeitgestaltung – und das wünschen sich nicht nur junge Menschen. Unternehmen, die auch künftig erfolgreich im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen wollen, müssen die Erwartungen junger Menschen ernst nehmen und ihre Arbeitsbedingungen deutlich verbessern.“ 

Einen ersten Schritt sieht die DGB-Jugend in der Abschaffung sachgrundloser Befristungen und der aktiven Stressbekämpfung und -vermeidung etwa durch regelmäßige Gefährdungsanalysen und ausreichende Erholungszeiten.


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